Wusterhausen/Dosse

Wilhelm d‘Orey, geboren in Wusterhausen/Dosse als Wilhelm Achilles, war ein Reisender, ein Flüchtling, ein Künstler und Romantiker. Er hat seine eigene Legende geschaffen. Wir haben nur wenige Selbstzeugnisse, er ist nicht aktenkundig – und doch reichen die verstreuten Fakten aus, seinen abenteuerlichen Lebensweg von Wusterhausen nach Lissabon nachzuvollziehen. Die Online-Ausstellung beruht auf den Forschungen und der Überlieferung der Familie d‘Orey, zusammengestellt von Guilherme d‘Orey, Wolfsburg. Gezeigt wurden die Ergebnisse zunächst im Wegemuseum Wusterhausen, bevor anschließend diese Online-Version entstand.

Die Familien Achilles und Uden in der Altmark und Wusterhausen 

Zur Herkunft der Familien Uden und Achilles gibt es wenig Informationen. Die Kaufleute bestimmten mindestens 50 Jahre lang die Geschicke des repräsentativen Barockhauses Nummer 3 am Markt in Wusterhausen, das der Kämmerer Werkenthin 1764 erbaut hat und das heute Sitz des Wegemuseum ist.

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Ulrike W. D. Uden, um 1834

Die Achilles‘ waren eine bedeutende Kaufmannsfamilie in der Altmark. Auch die Udens waren dort ansässig, sind aber auch schon im 18. Jahrhundert in Wusterhausen nachweisbar. Wir wissen nicht, wann und von wem der Kaufmann Johann Christian Gerhard Uden das Haus übernommen hat. Im Jahr 1818 kaufte seine Tochter Ulrike das Haus von ihm und führte gemeinsam mit ihrem Mann Johann Friedrich Achilles ein Geschäft. August Eduard Wilhelm Hector Achilles wird als 5. Sohn der Familie in diesem Haus am 24. Mai 1820 geboren.

24.05.1820
Geburt des August Eduard Wilhelm Hector Achilles 

14.06.1820
Taufe in der Stadtkirche St. Peter und Paul 

Bis 1839
Gymnasium Neuruppin

1839
Gymnasium Stendal

Früh schon zeigten sich bei ihm ein besonders lebhaftes Gemüt, reiche geistige Gaben und besondere Anlagen zur Musik. Deshalb beschloss der Vater, der seinen ältesten Sohn zum Gehilfen in seinem Geschäfte erziehen ließ, diesem zweiten eine höhere wissenschaftliche Ausbildung zu verschaffen und brachte ihn auf das Gymnasium in der nahegelegenen Stadt Ruppin. Er machte hier gute Fortschritte, kam aber durch seine persönliche Liebenswürdigkeit mit solchen Mitschülern in Verbindung, die ihn vom fleißigen Lernen abwendig machten und zu allerlei Zerstreuungen verleiteten.

Als der Vater das erfuhr, ließ er ihn von Ruppin abgehen und brachte ihn nach Stendal, wo er hoffte, daß er besser fortschreiten würde. Er kam auch da vorwärts und war im Jahre 1839 bis nach Obersekunda gelangt, so daß er bald Prima vorweisen konnte. Aber er war auch dort in so viele störende Verbindungen gekommen und so oft zu gesellschaftlichen Vergnügungen, Konzerten und Bällen eingeladen worden, dass seine Stellung als Gymnasiast eine sehr unsichere und von seiten des Vorstandes ihm schon Entlassung gedroht war.

Der Schwager Pfarrer Seemann berichtete 1885 über Wilhelms Leben