Amanda

Ein anderes wichtiges Ereignis seines Lebens trat nun ein. Er hatte sich im Laufe jenes Jahres verlobt mit einem jungen Mädchen aus Dresden, Amanda Kleeberg, deren Vater ein wohlhabender Besitzer gewesen aber früh verstorben war, und deren Mutter sich wieder verheiratet hatte mit einem Regierungsrat in Dresden. Amanda Kleeberg, die ein väterliches Vermögen von 20tausend Talern besaß, ein geistreiches, hübsches Mädchen, nur mit einer schiefen Schulter, war eine Freundin der Frau Blenker, hatte sie besucht, da W. Achilles kennengelernt, sich ganz in ihn verliebt und mit ihm verlobt, obgleich er keine eigene Stellung hatte, und zu der Zeit die Revolution in Baden war.
Ihre Mutter war damit durchaus nicht einverstanden, deshalb richtete Amanda, als W. Ach. aus Hamburg zurückgekommen war, das Gesuch an uns, dass wir ihr in unserem Hause Aufenthalt gewähren sollten, … Endlich zu Anfang des November kam auch W. Ach. wieder hier an, veranlasste uns mit ihm und Amanda nach Wusterhausen zu seiner Mutter zu fahren und als wir zurückgekommen, erklärte er, daß er mit seiner Braut nach Dresden reisen wolle und bat mich, ihm einen Wagen bis Genthin, wo die Eisenbahn eine Station hat, zu verschaffen. … nach mehreren Tagen kam ein Brief von ihm aus Paris, worin er meldete, dass sie beide sogleich dahin gefahren seien und dort nach ihrer Ankunft sofort ihre eheliche Verbindung durch Zivilstandsverhandlung und kirchliche Trauung hätten vollziehen lassen. Sie würden dort auch einige Zeit bleiben und dann nach Amerika gehen. …

Der Schwager Pfarrer Seemann berichtete 1885 über Wilhelms Leben

1848/49
Wilhelm lernte Friederike Marie Amanda Kleeberg bei ihrem Besuch bei Familie Blenker in Mannheim kennen und verliebte sich. Sie war eine Freundin von Elise Blenker und kam aus Dresden. Sie hatte Anrecht auf Vermögen, das von ihrer Mutter verwaltet wurde.

September 1849
Amanda kam nach Wusterhausen und wohnte bei Pastor Seemann und Wilhelms Schwester in Premnitz. Wilhelm und Amanda baten Amandas Mutter um Geld, das sie aber nicht erhielten.

28. Februar 1850
Die beiden heirateten in Paris.
Kurze Zeit später kam Wilhelm allein nach Wusterhausen zurück und reiste über Hamburg nach London.

ca. 1851
Amanda suchte Wilhelm per Gericht. Die Scheidung erfolgte in Ab- wesenheit Wilhelms per Gerichtsorder in Ruppin.

23. April 1952
Amandas Tochter Bernhardine wurde geboren.
Der Eintrag im Taufregister lautet:
Vater unbekannt – Frau Friederike Maria Amanda Achilles, geb. Kleeberg, G. Hektor Wilhelm Achilles, Kaufm. in Berlin separierte Ehefrau

1855
Hochzeit Amandas mit Dr. Fickel.

1856
Geburt der Tochter Theodosia.

1857
Geburt eines Sohnes.

1872
Amanda bot nach Wilhelms Tod Wilhelms Familie in Portugal Hilfe an, die nicht angenommen wurde.

Die Ehe muss aber Wilh. Ach. keine Befriedigung gegeben haben, denn bald nach der Ankunft in Dresden erschien er bei seiner Mutter in Wusterhausen, erklärte ihr, dass er nach Hamburg reisen müßte, verließ sie und verschwand. Längere Zeit nachher kam seine Frau auch nach Wusterhausen zur Mutter, um bei ihr sich nach ihm zu erkundigen, konnte aber nichts erfahren, weil die Mutter auch keine Nachricht von ihm erhalten hatte, und nahm bei ihrer Ab- reise alle kleinen Dekorationssachen, welche sie früher dort gelassen hatte wieder mit sich fort. Nach Verlauf mehrerer Monate wurde im Gerichtsblatt von Ruppin, wohin Wusterhausen gehört, der abwesende W. Achilles aufgefordert, zu erscheinen, da seine Ehefrau auf Scheidung angetragen, und da er natür- lich nicht erschien, ward seine Ehe gerichtlich aufgehoben.

Der Schwager Pfarrer Seemann berichtete 1885 über Wilhelms Leben